GESCHICHTE

Mausarm oder RSI? Die Geschichte einer Krankheit

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Das RSI-Syndrom – auch als Mausarm oder Tennisarm bekannt – blickt auf eine Geschichte zurück, die weit vor dem Einzug des Personalcomputers in die Büros beginnt. Der heutige Begriff des RSI-Syndroms umfasst Krankheitsformen, die bereits vor über 100 Jahren bekannt und beklagt wurden. So beschwerte sich die Berufsgruppe der Telegrafisten gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts, dass die oft stundenlange und schnelle Eingabe von Morsezeichen starke Schmerzen in den Handgelenken im Muskel-Skelett-System verursachen würde. Knapp 90 Jahre später weist Microsoft auf die besondere Gefahr durch eine stundenlangen Maus-Verwendung hin: „Die übermäßige Maus-Nutzung kann krank machen!“

 

 

Die Krankheitsdiagnose RSI - als Abkürzung des englischen "repetitive strain injury", also ein Sammelbegriff für Leiden, die durch sich ständig wiederholende, monotone Bewegungen ausgelöst werden - ist eine moderne Erscheinung. Heute ist der schmerzende Arm Ursache zigtausender Krankheitstage im Jahr und damit nicht nur für den einzelnen Betroffenen sehr belastend, sondern auch für die Wirtschaft. Bei Menschen, die nach jahrelanger Dateneingabe unter den typischen Symptomen leiden, wird RSI in einigen Ländern wie z.B. Australien und den Niederlanden als Berufskrankheit anerkannt.

Obwohl der umgangssprachliche Name der Krankheit - "Mausarmsyndrom" - es vermuten lässt, trägt nicht allein die Maus die Schuld: Immer schneller, immer effektiver soll es im Büro natürlich auch beim Schreiben zugehen. Ungünstige Arbeitshaltung und unergonomische Tastatur können einen Mausarm auch ganz ohne Klicks entstehen lassen, und wer stunden-, tage-, wochen-, monatelang handschriftliche Arbeit verrichtet und dabei weder auf Pausen noch auf ergonomische Unterstützung achtet, wird sich mit nicht allzu geringer Wahrscheinlichkeit ebenfalls irgendwann der Diagnose RSI stellen müssen.

Einen kompakten Überblick über die Geschichte von RSI gibt der Aufsatz „RSI oder Mausarm – ein Standard macht krank“ (PDF) von Dr. Ahmet Cakir vom Berliner Ergonomic Institut für Arbeits- und Sozialforschung.